Historie

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Die heutige TuS (Turn- und Spielvereinigung) Koblenz entstand 1934 als TuS Neuendorf durch Fusion der Neuendorfer Vereine "TV 1864" und "FV 1911" mit dem "DJK" und dem "Arbeitersportverein" Neuendorf.

Der FV 1911 wiederum wurde 1919 unter dem Namen "FV 1911 Neuendorf" als Nachfolgeverein der Neuendorfer Vereine "FC Deutschland" (1917 aufgelöst), "FC Concordia 1910" und "FC Alemannia 1912" (beide 1914 aufgelöst) gegründet. Der FC Deutschland gilt hierbei als Keimzelle der TuS Koblenz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die TuS aufgelöst, aber umgehend als SpVgg. Neuendorf wieder gegründet und bereits 1947 zu TuS Neuendorf rückbenannt. Den heutigen Namen trägt der Verein seit dem 15. März 1983. Kurz vorher hatte sich "Traditionalisten", die den alten Namen behalten wollten, als "TuS Neuendorf 1982" abgespaltet. Dieser Verein spielt derzeit in der zehntklassigen Kreisliga C.

Der erste Neuendorfer Verein, der in überregionalen Pflichtspielen auftrat, war der FV 1911, der 1929, 1930 und 1931 erfolglos an der westdeutschen Meisterrunde sowie an der ersten Saison der Gauliga Mittelrhein teilnahm. Die nach dem Abstieg gebildete TuS Neuendorf schaffte umgehend den Wiederaufstieg und spielte insgesamt sieben Jahre in der Gauliga Mittelrhein bzw. Moselland-Ost. Auch nach den beiden weiteren Abstiegen 1937 und 1940 gelang die sofortige Rückkehr. 1943 und 1944 nahmen die Neuendorfer als Moselland-Meister an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil, schieden aber jeweils in der ersten Runde aus.

Ihre erfolgreichste Zeit hatte die TuS in den ersten zehn Nachkriegsjahren, als sie der Spitzengruppe der Fußball-Oberliga Südwest angehörte und drei Mal Südwest-Vizemeister wurde. 1948 erreichten die Neuendorfer das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft (1:5 gegen den 1. FC Kaiserslautern in Wuppertal). 1950 und 1956 spielten sie ebenfalls in der Endrunde, kamen aber nicht mehr so weit. Drei Jahre später stieg der Verein aus der Oberliga ab. Nach der Rückkehr 1960 gehörten die Neuendorfer zum unteren Tabellenmittelfeld.

In der 1963 als Unterbau der neuen Bundesliga gegründeten Regionalliga Südwest verpassten die Neuendorfer keine Saison, gehörten aber nur selten zur Spitzengruppe. 1968 und 1969 nahmen sie als Vizemeister hinter dem SV Alsenborn (1969 punktgleich) an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, scheiterten aber in ihren Fünfergruppen im ersten Jahr als Dritter hinter dem Aufsteiger Offenbacher Kickers und Bayer 04 Leverkusen, im zweiten Jahr als Fünfter hinter Rot-Weiss Essen, VfL Osnabrück, Karlsruher SC und Tasmania Berlin. 1974 verpassten die Neuendorfer die Qualifikation zur neuen 2. Bundesliga deutlich.

In der Amateurliga Rheinland gehörte die TuS zu den Spitzenmannschaften. 1976 musste ein Entscheidungsspiel (1:2 gegen Eintracht Trier) her, um die Meisterschaft zu entscheiden, 1977 und 1978 wurden die Neuendorfer in der regulären Saison Rheinlandmeister. Den Aufstieg in den Profifußball schafften sie erneut nicht, qualifizierten sich aber für die 1978 gegründete Amateur-Oberliga Südwest. Aus der stieg die TuS 1981 ab.

Die Rückkehr in die höchste südwestdeutsche Liga gelang erst 1994, als diese nur noch Oberliga Südwest hieß und als Unterbau der neuen Regionalliga nur viertklassig war. 1996 verpassten die Koblenzer erneut einen Aufstieg. Nach einer knapp abgewendeten Insolvenz im Sommer 2003 stiegen die Koblenzer 2004 überraschend in die Regionalliga Süd auf, wo sie in der Hinrunde zu den größten Überraschungsmannschaften zählten. Unter anderem gelangen Heimsiege gegen den Vorjahresmeister FC Bayern München (A), den SV Darmstadt 98, den FC Augsburg und den späteren Meister Offenbacher Kickers. Mit 10.025 Zuschauern gab es gegen die Bayern erstmals seit Jahrzehnten eine fünfstellige Zuschauerzahl auf dem Oberwerth, die im Sommer 2005 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC Berlin mit fast 15.000 Zuschauern nochmals überboten wurde. In der Saison 2005/06 machte TuS Koblenz den Aufstieg in die 2. Bundesliga am 13. Mai perfekt.