
Kurz vor Transferschluss schlug die TuS Ende August noch einmal zu. Mit Manuel Hornig verpflichteten die Schängel einen Defensiv-Allrounder. Vom 1. FC Kaiserslautern wechselte der gebürtige Südpfälzer nach Koblenz. Gegen Bremen II feierte der 27-Jährige sein Debüt im TuS-Trikot. Im Interview spricht Manuel Hornig über seine Zeit bei den Roten Teufeln, seine Ziele mit der TuS und warum er sich nicht vor Herthas-Torjäger Rob Friend fürchtet...
Hier das Interview mit Manuel Hornig:
Herzlich Willkommen an Rhein und Mosel! Kurz vor Transferschluss wurdest du vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet. Von den Roten Teufeln ging es praktisch zu den Schängeln. Freust du dich auf die neue Aufgabe in Koblenz?
Hornig: Auf jeden Fall. Auch wenn ich aus Kaiserslautern komme, hatte ich noch nie etwas gegen die TuS. Natürlich weiß ich auch, dass es zwischen diesen beiden Vereinen in den letzten Spielzeiten immer ordentlich zur Sache ging. Aber das gehört zum Fußball dazu. Was wäre eine Liga ohne Derbys. Beim 0:5 von Kaiserslautern in Koblenz war ich zum Beispiel auch dabei. Ich freue mich einfach auf die Saison mit der TuS.
In 27 Zweitligaspielen hast du für den 1. FC Kaiserslautern, Saarbrücken und Offenbach als Defensivspieler immerhin drei Tore geschossen. Für einen Abwehrspieler bist du also sehr torgefährlich, oder?
Hornig: Das stimmt. In Saarbrücken und Offenbach war ich eher Ergänzungsspieler. In Kaiserslautern war ich dann auch bis zu meiner Verletzung Stammspieler. Leider habe ich mich sehr schwer verletzt und war neun Monate weg vom Fenster. Letzte Saison bin ich noch mal beachtlich zurückgekommen. Nach nur einem Monat Training mit der Mannschaft war ich dann wieder voll im Geschäft und habe auch Kurzeinsätze bekommen. Eine gewisse Torgefahr habe ich immer schon gehabt. Auch wenn ich eher Defensivspieler bin, habe ich einen gewissen Torriecher. Wenn in den letzten Minuten bei einem Rückstand noch mal alles nach vorne geworfen wird, bin ich oft an der richtigen Stelle. Ich bin ein „Brechstangen-Typ“. Das kann man schon sagen. Früher habe ich auch im Sturm gespielt, ich bin ein gelernter Stürmer. Bis zu meiner ersten Profistation in Saarbrücken habe ich eigentlich immer offensiv gespielt. Der Torriecher ist geblieben. Das haben auch meine Trainer schnell erkannt. Das zieht sich eigentlich durch meine Karriere. Wenn es eng wird, werde ich vom Innenverteidiger zum Stürmer (lacht). Das war eigentlich schon immer so und macht mir da vorne auch unheimlich viel Spaß. Hoffentlich kann ich auch für die TuS das eine oder andere Tor schießen.
Auch im Aufstiegsjahr des 1. FC Kaiserslautern hast du Tore erzielt.
Hornig: Das stimmt. Beim 3:0-Heimsieg gegen Paderborn habe ich den dritten Treffer erzielt.
Wie kam denn überhaupt der Kontakt zur TuS zustande?
Hornig: Hauptsächlich über den TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos. Er war ja auch eine kurze Zeit mein Manager in Saarbrücken. Er kannte mich also schon. Mein ehemaliger Trainer Marco Kurz kennt auch Petrik Sander sehr gut, ich glaube die beiden haben auch zusammen den Fußballtrainer gemacht. Ja, und so bin ich dann bei der TuS gelandet.
Gab es noch weitere Anfragen für dich?
Hornig: Ja, die gab es. Ich hatte zwar noch einen Vertrag beim FCK, aber es gab schon einige Anfragen. Zwei, drei Vereine waren dabei. Doch für mich ist es immer wichtig, dass ich eine gewisse Heimatnähe habe. Und mit meinem Wechsel nach Koblenz habe ich das auch. Ich fahre 1 Stunde und 45 Minuten nach Hause in die Südpfalz. Doch ich muss sagen, dass ich eigentlich noch nie so weit von meiner Heimat entfernt gewesen bin. Das ist für mich schon sehr viel. Ich bin sehr heimatverbunden. Familie und mein näheres Umfeld sind für mich einfach sehr wichtig. In der Pfalz fühle ich mich als gebürtiger Pfälzer schon sehr wohl. Die Mentalität gefällt mir, auch in Koblenz. Ich kann sagen, dass ich mich hier schon sehr wohl fühle.
Was war ausschlaggebend für deinen Wechsel zur TuS?
Hornig: Wichtig ist für mich, dass ich hier wieder Spielpraxis sammeln kann und eine gewisse Wertschätzung erhalte. Die TuS hat sich sehr intensiv um mich bemüht und das hat mich schon sehr beeindruckt. Wie gesagt, ich hatte auch Angebote von anderen guten Vereinen. Viele waren auch noch ein paar Kilometer näher an meiner Heimat und auch lukrativer was die Liga angeht, aber bei der TuS hatte ich einfach das beste Gefühl. Ich spüre die Wertschätzung und deswegen habe ich mich für diesen Schritt entschieden.
Du hast bei der TuS einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben. Weißt du schon wie es danach für dich weitergehen könnte?
Hornig: Das muss man einfach abwarten. Ich will in diesem Jahr alles für die TuS geben und vielleicht fühle ich mich danach ja auch so wohl hier, dass ich auf jeden Fall bleiben würde. Warten wir es ab. Ich will jetzt erst einmal meine Leistung bringen und der Verein muss mit mir zufrieden sein.
Vor deiner Profikarriere hast du mit Hauenstein auch schon einmal in der Oberliga Südwest gegen die TuS gespielt. Erinnerst du dich an die Spiele?
Hornig: Ja, das stimmt. Ich erinnere mich daran, dass wir gegen die TuS spielten. Auch gegen TuS Mayen haben wir gespielt. Zu dieser Zeit spielte auch Thomas Klasen noch in Mayen. Im Alter von 18 bis 22 Jahren habe ich in der Oberliga Südwest gespielt. Eine schöne Zeit.
Und wie ging es dann für dich weiter?
Hornig: Ich bin dann zum 1.FC Saarbrücken gewechselt, später ging es dann weiter zu Kickers Offenbach. In Kaiserslautern war ich dann eigentlich nur als Führungsspieler für die Amateurmannschaft vorgesehen. In dieser Zeit wollte ich auch mein Studium beenden. Dann hat mich Milan Sasic nach vier Wochen sofort zu den Profis befördert und von diesem Zeitpunkt an war ich eigentlich durchweg bei den Profis. Dann habe ich auch einen Profivertrag unterschrieben. Für mich kam dann alles anders, weil ich eigentlich schon mit dem Profifußball abgeschlossen hatte. Alles hat sich anders entwickelt und das ich dann auch noch den Aufstieg in die Bundesliga miterleben durfte, ist schon einzigartig. Es war eine tolle Zeit und ich habe alles auch unheimlich genossen. Aber jetzt schaue ich nach vorne und freue mich auf die Spiele mit der TuS.
Beim Heimspiel gegen Werder Bremen II wurdest du in der 78. Spielminute eingewechselt. Bist du schon wieder bei 100 Prozent Leistungsvermögen?
Hornig: Mit jeder Trainingseinheit wird es mehr. Ich werde noch etwas Anlaufzeit brauchen, weil ich in der letzten Saison ja auch noch nicht so viele Spiele gemacht habe. Aber ich bin auf einem guten Weg und froh, dass ich wieder auf dem Platz stehe.
Hast du eigentlich eine Lieblingsposition?
Hornig: Das ist eine gute Frage. Unter Milan Sasic habe ich oft als Rechtsverteidiger gespielt. Unter Marco Kurz spielte ich eher im defensiven Mittelfeld. Auf dieser Position spiele ich schon gerne. Aber die Innenverteidigung ist für mich auch überhaupt kein Problem. Ich sehe mich am liebsten irgendwo auf der zentralen Position.
Wie stark schätzt du die TuS ein?
Hornig: Zu Beginn der Saison wurde die TuS wohl eher als Außenseiter gesehen. Der Kader ist relativ klein, viele Spieler kommen aus tieferen Ligen. Aber bislang konnte diese Truppe voll überzeugen. Auch das Pokalspiel war beeindruckend. Von der Mannschaft bin ich super aufgenommen worden.
Was war dir von Koblenz vor deinem Wechsel zur TuS schon bekannt?
Hornig: Eigentlich nicht viel. Milan Sasic hat mal vor Jahren seinen 50.Geburtstag in Koblenz gefeiert, da waren wir alle eingeladen. Ich bin vor Jahren auch mal im Koblenzer Krankenhaus operiert worden, als ich mich im Spiel gegen TuS Mayen schwer am Auge verletzt hatte. Das ist bestimmt sechs Jahre her. Ich mag es, wenn Flüsse eine Stadt umgrenzen. Das war in Kaiserslautern nicht so. Der erste Eindruck von Koblenz ist überragend.
Am 26. Oktober spielt die TuS in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Hertha BSC. Möglicherweise triffst du als großer Spieler auf Berlins Top-Stürmer Rob Friend. Freust du dich auf dieses Spiel?
Hornig: Na klar. Pokalspiele sind immer ganz besondere Begegnungen. Wir können mit einem Sieg gegen Berlin wieder ganz schnell auf uns aufmerksam machen. Den Sieg gegen Fortuna Düsseldorf hatten auch nicht viele auf der Rechnung. Das war sicher auch überraschend. In einem Heimspiel ist immer alles möglich. Ich habe übrigens schon mal gegen Rob Friend gespielt, da habe ich ihn ausgeschaltet. Das war mit Kaiserslautern in einem Testspiel gegen Gladbach. 2:0 hat der FCK gewonnen. Ich habe keine Angst vor großen Namen.
Auf welche Spiele freust du dich in der Meisterschaftsrunde am meisten?
Hornig: Die Spiele gegen Offenbach und Saarbrücken sind etwas Besonderes für mich. Ich freue mich auf die beiden Spiele gegen alte Kollegen.
Das Interview mit TuS-Neuzugang Manuel Hornig führte Julian Turek.