28.02.2018 - 1. Mannschaft, TOP-News, Facebook

« zurück
Vorherige Nachricht Nächste Nachricht
Mittwoch, 28. Februar 2018

Mario Körber: Der Herrscher über die Videowall

Eine neue Folge unserer Serie „Menschen bei der TuS“

Bild:

Mario Körber ist ein wenig in Eile. Die Freigabe der Mannschaftsaufstellungen hat sich heute verzögert, jetzt muss alles ganz schnell gehen. Akribisch geht Körber Name für Name durch. Ein paar Mausklicks später ist alles erledigt. Ein TuS-Spieler nach dem anderen grüßt nun von der Videowall – und Körber lächelt erleichtert. Eine neue Folge unserer Serie „Menschen bei der TuS“.

Es ist ein Heimspieltag, an dem alles reibungslos funktioniert. Von der Spielerpräsentation über Sponsoreneinblendungen bis hin zur Anzeige der offiziellen Zuschauerzahl. „Besser hätte es nicht laufen können“, stellt Körber nach Spielschluss zufrieden fest. Dann schaltet er die Videowall aus und begibt sich auf dem Heimweg.

Seit heute Mittag um 12 Uhr ist die kleine Sprecherkabine neben dem VIP-Raum sein Arbeitsplatz gewesen. Von dort aus bedient er zu jedem Heimspiel die überdimensionierte Videowall. Eine Aufgabe, die er seit der Saison 2013/2014 ausübt – zu anfangs gemeinsam mit Heike Salm, mittlerweile in Eigenregie. „Wir mussten uns alles mühsam selbst beibringen. Keiner wusste so genau, wie es geht“, erinnert sich Körber. „Zum Glück hat uns Laien immer mal wieder auch ein Techniker unter die Arme gegriffen.“

Wenn Mario Körber zwei Stunden vor dem Anpfiff seine ‚Schicht‘ beginnt, ist er in der Regel einer der wenigen, die schon vor Ort sind. In aller Ruhe geht er dann die Präsentation der Folien durch und checkt noch einmal alles. „So nach und nach tauchen dann auch die Kollegen auf und die Anspannung wächst minütlich. Ein schönes Gefühl“, schwärmt Körber.

Zum TuS-Fan ist der 55-Jährige während der Koblenzer Zweitligazeit geworden. „Ich war quasi ein Mitläufer – oder wie man heute so oft sagt: ein Erfolgsfan“, grinst Körber. Zwar könne er sich nicht mehr an sein erstes TuS-Spiel erinnern, aber „es hat mich sofort gepackt. Ich bin dann relativ schnell einem Fanclub beigetreten und seither bei fast jedem Heimspiel dabei. Zuerst im Block, später dann auch als Fahnenschwenker im Stadioninnenraum.“

An einen ganz besonderen TuS-Moment denkt Körber jedes Mal gerne zurück: Michael Stahls Tor des Jahres im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin. „Ich habe das noch in Erinnerung, als wäre es gestern gewesen“, erzählt der sympathische TuS-Fan. „Ich stand auf dem Platz hinter dem Tor und der Ball flog und flog. Der Rest ist Geschichte.“

Zurück zur Videowall: Nicht immer funktioniert diese einwandfrei, hin und wieder streikt auch schon mal die Technik. Aus der Ruhe bringen lässt sich Mario Körber davon nicht – oder besser gesagt: nicht mehr. „Die Zeiten sind vorbei“, berichtet Körber und winkt ab. „Zu Beginn hat mich sowas noch arg beschäftigt. Mittlerweile nehme ich es einfach hin, wenn es so ist. Du kannst es dann ohnehin nicht ändern.“ Das bedeute jedoch nicht, dass nicht dennoch alles probiert werde, um die Videowall doch noch zum Laufen zu bringen, wie Körber beteuert. „Das sind wir ja allein schon unseren Sponsoren schuldig“, so der Koblenzer.

Doch manchmal hilft eben alles nichts, und die Videowall muss schwarz bleiben. „Einen kleinen positiven Nebeneffekt hat das Ganze dann, zumindest für mich. An solchen Tagen kann ich nämlich das Spiel komplett verfolgen. Denn - das wissen die meisten überhaupt nicht - vom Spiel selbst sehe ich von der Sprecherkabine aus nicht allzu viel“, so Körber.

Vorherige Nachricht Nächste Nachricht