TuS International

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Mannschaftsfoto TuS International

Als erster Profiverein im Südwesten Deutschlands meldete die TuS Koblenz im Oktober 2016 ein Flüchtlingsteam beim Fußballverband an. Damit unterstreichen die Koblenzer, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und führen die Integrationsarbeit fort, die mit der Ausrichtung eines Integrationsturniers anlässlich des 90. Geburtstags von Rudi Gutendorf begonnen hatte.

Zum Zeitpunkt der offiziellen Gründung von „TuS Koblenz International“ war es ein Jahr her, dass Markus Breitbach (Leiter der TuS-Geschäftsstelle) und sein Bruder Thomas eine außergewöhnliche Idee hatten: eine Flüchtlingsmannschaft, die einmal in der Woche trainieren und Freundschaftsspiele bestreiten sollte.

„Wir hatten damals das Gefühl, dass wir etwas tun müssen“, erinnert sich Markus Breitbach zurück. „Die Menschen, die hier als Flüchtlinge ankommen, haben ihr ganzes Leben, ihre Freunde und ihre Familie hinter sich lassen müssen. Wir wollten ihnen eine kleine Perspektive geben, Spaß und vor allem eine Gemeinschaft. Und da ist Fußball das beste Mittel.“

Das Präsidium der TuS unterstützte das Projekt von der ersten Minute an. Breitbach knüpfte Kontakte zur CARITAS-Flüchtlingshilfe und zur Stadt Koblenz, und über einen Facebook-Aufruf wurden Kleider und Ausrüstung gesammelt. Beim ersten Training schauten die Beteiligten nicht schlecht, als fast 40 Männer aus Syrien, Eritrea und vielen anderen Ländern der Welt auf den Oberwerth kamen, um endlich wieder Fußball spielen zu können. Seitdem wird jeden Mittwoch trainiert.

„Die Entscheidung, die Mannschaft offiziell als 3. Mannschaft im Verein zu integrieren und ihr damit eine langfristige Perspektive zu geben, ist uns leicht gefallen“, so das TuS-Präsidium in einer Mitteilung. „Die TuS Koblenz ist mehr als ein Fußballverein. Wir haben eine gesellschaftliche Aufgabe und kommen dieser in den unterschiedlichsten Bereichen nach. Zum Beispiel bei unserer erfolgreichen Jugendarbeit, um die uns mancher Bundesligist beneidet, und eben auch im Bereich Integration, in dem wir ganz klare Zeichen setzen wollen.“ 

In Freundschaftsspielen und bei Turnieren sammelt „TuS International“ seither weitere Praxis und zeigt dabei, dass Fußball Menschen verbindet und aus Fremden Freunde macht. Für die Zukunft wünschen sich alle Beteiligten, die Mannschaft in den regulären Spielbetrieb des Verbandes zu integrieren.